Kennen wir das nicht alle?
Wir versuchen eine Idee zu formulieren, unserem Gegenüber ein Konzept schlüssig zu formulieren, aber irgendwie kommt es nicht so an, wie wir uns das vorgestellt haben.
Manchmal hängt das sicherlich damit zusammen, dass wir unserer eigenen Emotionen in eine Präsentation übertragen oder an manchen Tagen einfach nicht den Schalter finden, der uns dabei hilft den Business Mode einzuschalten.

Grundsätzlich ist es ja nicht schlimm, wenn es mal solche Tage gibt. Denn ich bin der Meinung, dass zum Glücklichsein auch die schlechten Tage dazu gehören, damit wir aus Ihnen lernen können. Aber auf der anderen Seite haben wir alle sicherlich schon am eigenen Leib gespürt, dass Emotionen am Arbeitsplatz dazu führen können, dass wir nicht mehr klar kommunizieren können. So kommt es zu Missverständnissen und Situationen, die wir alle gerne vermeiden möchten.

Doch nicht nur auf der Arbeit ist die Kommunikation ungemein wichtig. Tatsächlich besteht ein Großteil unseres Lebens aus Kommunikation. Häufig kommt jedoch nicht das beim Anderen an, was wir eigentlich sagen wollen. Das kann auf privater Ebene schnell zum Streit führen. Auch ein Zustand, den wir lieber vermeiden.

Daher findet es die Kommunikationsexpertin und Konfliktberaterin Ursula Wawrzinek auch so wichtig, dass man klare Worte im Arbeitsumfeld, aber auch im privaten Umfeld findet und versucht, die Emotion hinten anstehen zu lassen.

Heutzutage achten wir leider immer wenig darauf, wie unsere Sprache auf andere wirkt und wir wählen weniger sorgfältig im Vorfeld unsere Worte aus. Dabei würde das dabei helfen, Dinge klarer zu kommunizieren. Denn umso deutlicher und kürzer unsere Sätze sind, umso höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesagte bei unserem Gegenüber richtig ankommt.
In unserem stressigen Alltag, egal ob zu Hause oder auf der Arbeit, sehen wir dies nur leider immer weniger als eine Priorität. So geht die klare Kommunikation schnell verloren.
Denn wenn wir uns die Mühe machen mit möglichst einfach Worten und knapp zusammengefasst unsere Gedanken in Sprache umwandeln, so motiviert das auch unser Umfeld dazu, über die eigenen Worte nachzudenken.

Wir kommen zurück auf das Thema Emotionen. Wer starke Gefühle hat und zu einem gegebenen Moment in sich trägt, hat den Hang dazu ausschweifend oder gar verletzend zu kommunizieren. Denn in einem aufgewühlten Zustand gelingt es keinem von uns klar zu denken.
Besonders am Arbeitsplatz kann dies zu Problemen führen, da so die Kommunikation auf professioneller Ebene schnell persönlich wird. Deshalb ist es wichtig, dass wir zunächst Abstand zu unseren Gefühlen gewinnen, bevor wir das klärende Gespräch suchen. Nur so sind wir dann in der Lage entscheidende Punkte sachlich und klar zu formulieren.
Zudem ist Einfühlungsvermögen für eine klare Kommunikation zentral, denn es geht immer darum, die Infos, die wir rüberbringen, auf das Gegenüber zuzuschneiden. Natürlich ist das unter Kollegen und beim Vorgesetzten sehr wichtig, aber noch mehr in Kundengesprächen, denn der Kunde möchte verstanden und gehört werden. Dazu ist eine Art der alltäglichen Empathie notwendig, die uns dabei unterstützt besser zu kommunizieren, aber auch zuzuhören.

Nach Wawrzinek muss man innerlich klar sein, um auch klar sprechen zu können.Aber ist das ganz realistisch möglich im Alltag immer diese innere Klarheit in dir zu tragen?

Grundsätzlich macht es im Arbeitsumfeld Sinn, sich immer mal wieder bewusst um einen sachlichen bis freundlichen Ton zu bemühen. Denn nach Aussage des US amerikanischen Kommuniaktionsexperten B. Rosenberg, ist unsere alltägliche Sprache voller Urteile. Wir halten selten mal inne, um darüber nachzudenken, ob jemand einen schlechten Tag hat, wenn die Kommunikation falsch bei uns ankommt oder wir uns vor den Kopf gestoßen fühlen. Vielmehr geht es in solchen Momenten primär um Verständnis und eben das Fünkchen Empathie, um solche Situationen zu entschärfen.

Emotionen stehen der klaren Kommunikation im Weg. Aber auch wenn Emotionen deutliche Nachteile mit sich bringen können, so bergen sie auch viele Stärken, wie Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit andere durch diese Leidenschaft für sich zu gewinnen, was z.B. im Vertrieb von großem Vorteil ist.
Ich akzeptieren meine Emotionen, denn ich weiß, dass sie mich in vielen Bereichen stärkt. Die damit verbunden Schwächen nehme ich in Kauf! Dennoch ist es, gerade für uns emotionale Menschen, ganz wichtig, dass wir hin und wieder inne halten, und kurz überprüfen, ob wir klar kommunizieren und wo wir vielleicht vorschnell urteilen und das mit dem Gesagten auch so vermitteln.
Denn am Ende des Tages sind wir alle Menschen, die das Leben so gut es geht bestreiten, und warum sollten wir uns nicht mit ein wenig mehr Güte und Liebenswürdigkeit begegnen?


Foto von Jealous Weekends auf Unsplash

Posted by:Nina Vossschulte