Wer sie noch nicht gelesen hat, sollte unbedingt die Marie Kondo Bücher zur Hand nehmen. Die in den Büchern beschriebene Art des Aufräumens, die KonMari-Methode, vermag es nicht nur Freiheit in dein Leben zu bringen, sondern auch ganz viel Happiness und eine großzügige Prise Magie!

Loslassen.

Loslassen, um dein Leben ein für allemal aufzuräumen.

Denn es ist ein unglaublich schönes und befreiendes Gefühl die bis zum Anschlag vollgestopften Schränke mal wieder auszumisten. Die KonMari-Methode verspricht das Chaos aus deiner Wohnung zu verbannen und dich von überflüssigem Zeug zu befreien.

Sicherlich gibt es auch viele andere Methoden, z.B. die des langsamen Ausmistens (jeden Tag einen Gegenstand) oder ganz andere Herangehensweisen wie man optimal Ordnung in deinem Leben bringt. Und am Ende musst du die Methode finden, die zu dir passt. Ich habe für mich diese Methode gefunden. Auch ich tendiere eher dazu, wenn ich Platz habe, diesen mit (neuen) Dingen zu befüllen. Die KonMari-Methode hat mich dabei unterstützt, in einem Rutsch in meiner Wohnung und in meinem Leben Ordnung zu schaffen.

Nun gibt es bei dir, wie auch bei mir, sicherlich viele Gegenstände in der Wohnung; alles Dinge, die mit Erinnerungen verbunden sind; Dinge, die vielmehr einen emotionalen Wert haben und weniger einen materiellen. Sie haben uns einen bestimmten Teil unseres Lebens begleitet, haben uns vielleicht etwas gelehrt. Jedoch ist ihr Zeit um. Von diesen Dingen kann man sich besonders schwer trennen. Dabei vergessen wir, dass wir diese Erinnerungen immer in uns tragen, denn sie machen uns zu dem Menschen, der wir heute sind. Die Erinnerung ist nicht weg. Sie wird auch nie verschwinden. Wir müssen nicht unsere Erinnerungen bewahren, sondern die Person, die wir durch unserer Erlebnisse geworden sind.


Wie also gehst du am besten vor, wenn du entscheiden musst, ob du dich von einem Gegenstand trennst oder diesen wirklich behältst?

  1. Jeden Gegenstand einzeln ansehen und entscheiden, ob du ihn behalten magst
  2. Stell dir diese wichtige Frage: Macht er sich glücklich?
  3. Nimm jedes Stück in die Hand und frage dich, bereitet mit dieses Stück oder Teil Freude?
  4. Wenn ja, behalte es ohne weiter darüber nachzudenken
  5. Wenn nicht, dann entsorge es
  6. Bei schwierigen Stücken sollte man sich fragen, warum man das Teil angeschafft hat und welchen Sinn es erfüllt hat

Warum überhaupt ausmisten und loslassen?

  • Wir haben unzählige Dinge, die wir nicht brauchen und nicht einmal mögen
  • Viele Leute glauben, dass sie etwas besitzen wollen, aber wenn es ihnen dann gehört, macht es sie nicht glücklich
  • Es ist daher beinahe ein Reflex geworden, immer mehr haben zu wollen
  • Viel Besitz, besonders wenn wir ihn gar nicht schätzen, bindet Energie
  • Statt uns ein Gefühl von Sicherheit zu geben, können uns Gegenstände belasten und hemmen
  • Marie Kondo schreibt in ihrem Magic Cleaning Bestseller, dass es für jeden Menschen eine ideale Anzahl von Besitztümern gibt, eine Art Wohlfühlpunkt, den jeder für sich selber finden muss
  • Je mehr ich mein Leben auf wenige, schöne Besitztümer beschränke, desto entspannter fühlt sich mein Alltag an
  • In Wahrheit ist jeder Wunsch, dem wir nachjagen eine Belastung
  • Loslassen tut gut. Nicht ständig im Kopf zu haben, was wir noch alles gern hätten, macht uns freier und damit letztlich auch stärker.
  • Beim Minimalismus treibt uns doch letztendlich der Wunsch nach Leichtigkeit und Freiheit, und das nicht nur zu Hause, sondern auch in anderen Teilen unseres Lebens: Berufsumfeld, Freundschaften, Online-Informations-Konsum, etc.
  • Hat man in Bezug auf Besitz und Konsum erlebt, wie wohltuend das “Weniger ist mehr”-Prinzip ist, überträgt man es fast automatisch auf andere Bereiche
  • Dinge kosten Lebenszeit

Tipps zum Vorgehen

  1. Gehe deinen Ausmist-Marathon zu Hause nicht nach Räumen an, sondern nach Kategorien. Der Vorteil daran ist, dass du erstmal siehst, wie viele Dinge du von einer Kategorie wirklich hast und vielleicht sogar doppelt, weil sie in deiner Wohnung oder im Haus verteilt sind.
  2. Am besten mistet man in einem Rutsch aus. Wenn man nicht alles an einem Tag schafft, dann aber dennoch in einigen aufeinander folgenden Tagen. Da geht es nicht darum, dass du hetzen sollst – nimm dir Zeit – aber es geht darum, dass du dran bleibst und es auch durchziehst.
  3. Schwierige Dinge, bei denen du dich nicht wirklich entscheiden kannst, bis zum Ende aufheben und dann nochmals in Ruhe darüber nachdenken. Die oben aufgeführten Schritte helfen dir dabei.
  4. Ein super Tipp, um Schrankfläche optimal zu nutzen, ist es z.B. deine Kleidung aufzustellen. Es spart aber nicht nur Platz, sondern man sieht auch wirklich was man hat, so dass die Auswahl deiner Anziehsachen am Morgen gleich viel mehr Freude macht. Wenn man stapelt besteht die Gefahr, wieder mehr anzuschaffen, weil zum Stapeln immer noch ein wenig Platz ist.
  5. Ein gute Tipp ist auch die Digitalisierung. Wenn weniger in der Wohnung oder im Haus herumsteht und es mehr freie Flächen gibt, das schafft das Raum zum Atmen. In dem Fall ist die Digitalisierung von Gegenständen, die mit einer Erinnerung verbunden sind, auf Bildern eine Variante. Zudem kann man auch Platz schaffen, indem man alte Fotoalben digitalisiert, die viel Platz einnehmen.
  6. Besitztümer, die man möglicherweise noch gebrauchen kann, die eigentlich ganz hübsch sind oder aber viel Geld gekostet haben, gehören laut Marie Kondo zu denen, die wir aussortieren können. Denn die Reduktion auf das wirklich Schöne setze in unserem Leben einen Fokus auf Harmonie. Und auf das, was für uns wesentlich ist.
  7. Verschiedene psychologische Studien belegen, dass es wesentlich glücklicher macht, wenn man sein Geld für Unternehmungen ausgibt statt für materielle Güter. Zum nächste Geburtstag vielleicht auch mal über dei Wünsche nachdenken und sich statt Dingen lieber Erlebnisse wünschen.
  8. Und wenn du entschieden hast, dich von etwas zu trennen, dann ist eine Sache ganz wichtig – Dankbarkeit. Zeige diesen Dingen Dankbarkeit dafür, dass sie dich auf deiner Reise begleitet haben und jetzt Platz für neue Dinge in deinem Leben schaffen, die eine Bereicherung für dich sein können. Ein aufgeräumtes zu Hause macht einen aufgeräumten Kopf und in einem aufgeräumten Kopf ist viel Platz für neue Ideen.

Letztlich geht es bei einem reduzierten oder minimalistischen Leben nicht um Verzicht, sondern um ein bewusstes Verhältnis zu den Dingen – und zum eigenen Alltag. Es tut uns aber auch gut ein paar schöne Dinge um uns herum zu haben, Dinge, die wir lieben.


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Posted by:Nina Vossschulte